Südliche Zierschildköte/ Rückenstreifen Zierschildkröte – Chrysemys picta dorsalis

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Südliche Zierschildköte/ Rückenstreifen Zierschildkröte
Männchen der Südlichen Zierschildkröte – Chrysemys picta dorsalis


Südliche Zierschildköte/ Rückenstreifen Zierschildkröte – Chrysemys picta dorsalis

Südliche Zierschildköte/ Rückenstreifen Zierschildkröte – Chrysemys picta dorsalis.
Markant ist der ausgeprägte rote oder gelbe Rückenstreifen der der südlichen Zierschildkröte oder auch Rückenstreifenzierschildkröte zu ihem deutschen Namen verhalf. Der Bauchpanzer ist meist einfarbig gelb und weist höchstens mit 1-2 kleine dunkle Flecken auf. Diese Form ist die kleinste Unterart der Gattung der Zierschildkröten – Chrysemys picta. Während männliche Tiere dieser relativ kleinbleibenden Wasserschildkrötenart meist nicht länger als 10 cm werden, können Weibchen durchaus eine Rückenpanzerlänge von 12,5-15,6 cm erreichen.

Verbreitung

Lebensweise

Haltung

Der Wasserteil

Meine Chrysemys picta dorsalis bewohnen ein großes Aquaterrarium. Eine Beschreibung des Terrariums finden Sie hier.
Zur Haltung eignet sich ein Aquaterrarium mit großem Wasserteil. Da Zierschildkröten hervorragende Schwimmer sind sollte der Wasserstand für ausgewachsene Tiere mind. 40-50 cm betragen. Auch Schlüpflinge dieser geschickt schwimmenden Wasserschildkrötenart kommen schon sehr gut mit einem hohen Wasserstand zurecht. Für 1-3 ausgewachsene Tiere wird ein Aquarium 150 x 60 x 60 (L x B x H) oder größer benötigt. Um die Wasserschildkröten vor Zugluft zu schützen sollte das Becken zu 2/3 mit einer Plexiglasplatte abgedeckt werden.

Der Sonnenplatz

Weiterhin benötigen die Tiere einen Landteil mit Sonnenplatz in Form eines zum Teil ins Wasser reichenden und leicht zu erkletternden Korkeichenrindenstücks.

Die richtige Beleuchtung für den Sonneplatz

Besonders wichtig ist eine hochwertige Beleuchtungsquelle über dem Sonnenplatz. Hierfür kamen bis vor einigen Jahren bei mir 70 oder 150 Watt starke HQI-Leuchten (Leuchtmittel mit einer dem Tageslicht ähnlichen Lichtfarbe verwenden) zum Einsatz.

Inzwischen gibt es aber spezielle UV Lampen die geradezu ideal für die Haltung von Sonnenanbetern wie Chrysemys picta dorsalis sind. Diese Birnen geben ein sehr helles sonnenähnliches Licht ab welches auch genügend UV-Strahlung enthält. Für den Betrieb der Lampen (E27 Fassung) müssen entsprechende Vorschaltgeräte und für hohe Spannungen ausgelegte Keramikfassungen verwendet werden.

Der Eiablageplatz

Für den Eiablagebehälter habe ich wie bei den von mir gehaltenen Höckerschildkröten (Graptemys nigrinoda, Graptemys flavimaculata, Graptemys oculifera) einen stabilen Hydrokulturbehälter mit den Maßen 70 x 35 x 35 cm (LBH) verwendet. Dieser wurde über dem Wasserspiegel aufgehängt. Als Substrat wurde Flusssand in der Körnung 0-8 mm verwendet. Dieser ist bei uns im Baustoffhandel als „Estrichsand“ erhältlich.
Das Substrat wird in der Eiablagezeit von April bis September regelmäßig angefeuchtet.
Um den Tieren einen attraktiven, warmen und hellen Ablageort (analog der sonnenbeschienenen Ablageplätze in der Natur) zu bieten wird der Legebereich mit einer 70 Watt Metalldampflampe bestrahlt.

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Gruppenzusammensetzung

Eine Gruppe bestehend aus mehreren Weibchen (ohne Männchen) lässt sich meist ohne Probleme zusammen halten. Aber auch bei den Weibchen der Südlichen Zierschildkröte – Chrysemys picta dorsalis gibt es keine 100 prozentige Garantie. Gelegentlich gibt es auch unter den Weibchen unverträglichkeiten.

Eine Gruppe bestehend aus mehreren Männchen (ohne Weibchen) harmoniert bei den Zierschildkröten nach meinen Erfahrungen nicht.

Die Einzelhaltung eines Zierschildkrötenmännchens ist eine mögliche Alternative.

Früher habe ich jahrelang ein Männchen der Südlichen Zierschildkröte mit einem Männchen der Schwarzknopf-Höckerschildkröte – Graptemys nigrinoda nigrinoda. Hierbei kam es lange Zeit zu keinerlei Unverträglichkeiten. Das hat sich aber dann schlagartig geändert.
Es wurden starke Bissverletzungen bei 2 Schwarzknopfhöckerschildkröten bemerkt und kurz später habe ich das Zierschildkrötenmännchen bei einer der Beissattacken beobachten können. Das Zierschildkrötenmännchen wurde daher aus dieser Gruppe heraus genommen und ich rate daher inzwischen für die Zierschildkrötenmännchen von der Haltung in einer oft so genannten „Männchen WG“ ab.

Die Zusammenhaltung eines Dorsalis-Männchen mit einer Moschusschildkröte ist nicht zu empfehlen, da bei mir in einem Fall zu einer abgebissenen Schwanzspitze bei der dorsalis kam.

Eine Gruppe aus vielen Weibchen und einem Männchen kann in einem sehr großen Aquaterrarium harmonieren. Eine solche Gruppenzusammensetzung kann über Jahre ohne Probleme funktionieren.
Da sich das aber auch schnell ändern kann muss man immer damit rechnen das eventuell das Männchen außerhalb der Paarungszeiten getrennt in einem eigenen Terrarium gehalten werden muss.

Meine Gruppe bestand bis vor kurzem aus 5 Weibchen und 1 Männchen.
Das funktionierte bisher sehr gut. Die Tiere wurden ganzjährig zusammen gehalten.

Seit kurzem halte ich das Männchen mit 7 Weibchen zusammen. Auch diese Zusammensetzung ist bisher stressfrei.
Generell ist es so das bei gewünschter ganzjähriger Zusammenhaltung möglichst viele Weibchen mit einem Männchen zusammen gehalten werden sollten. So besteht die größte Chance das die Gruppe harmoniert.

Zusammenhaltung mit anderen Schildkröten

Vermehrung

Mit 3-5 Jahren erreichen Südliche Zierschildkröten die Geschlechtsreife. Bietet man den Tieren einen Jahreszeitlich wechselnden Beleuchtungs- und Temperaturverlauf ähnlich den Bedingungen im Herkunftsgebiet an, kann man auch mit Nachzuchten rechnen. Kurz nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit. Wenige Wochen später werden die ersten Gelege abgesetzt.

Meine Weibchen setzten bisher je Saison 2-3 Gelege ab. Diese bestehen meist aus 4-5 Eiern.
Die Weibchen sind teilweise in der Ablagezeit sehr scheu. Bei der geringsten Störung unterbrechen einige Weibchen sofort die Legetätigkeit. Bei zu häufigen Störungen kann dies schnell zu Legenot führen. Deshalb habe ich die Sichtscheibe im Bereich des Ablageplatzes mit dunkler Pappe beklebt. So abgeschirmt fühlen sich die Tiere bei der Eiablage wesentlich sicherer. Die Eier werden in einem selbst gebauten Brutschrank, in feuchtem Vermiculite bei Temperaturen von 26-31°C bebrütet.

Aufzucht

Meine Schlüpflinge ziehe ich in einem kleinen 60 Liter Becken auf. Ins Wasser lege ich Hornkraut als Kletterhilfe und Versteckmöglichkeit. Zwei in einem Terrarienschrank integrierte, nebeneinander stehende, Becken werden von einer Desert Bright Sun UV 70 Watt beleuchtet. Diese Birne, die mit einem entsprechenden Vorschaltgerät betrieben werden muss, gibt ein sehr helles, der Sonnenstrahlung ähnliches Licht ab. Weiterhin gibt diese Birne auch UV-Licht ab.

Weitere Informationen zur Beleuchtung und eine genaue Beschreibung zur Verwendung der Desert Bright Sun UV Birne finden sie unter Terrarienbeleuchtung.

Durch die Beleuchtung steigt die Wassertemperatur tagsüber auf ca. 27°C. Deshalb verwende ich keinen Heizstab mehr.
Die leichte Abkühlung des Wassers während der Nacht schadet den Tieren nicht.

Die beiden Aufzuchtbecken werden mittels Eck-Biofilter gefiltert wie Uwe Geissel sie auf seiner Seite
unter www.turtle-technik.de beschreibt. Lediglich eine kleine Änderung habe ich vorgenommen.
Für Zierschildkröten die auch zu einem gewissen Anteil pflanzliche Nahrung zu sich nehmen
hat sich das vorschalten eines grobporigen Filterschwamms bewährt. Ansonsten setzt sich das Filtersubstrat
(Lava) schnell mit Pflanzenfasern zu und muss dann komplett gereinigt werden. Bei Verwendung des Filterschwamms kann dieser ab und zu vorsichtig herausgehoben und gereinigt werden.
Bei Moschusschildkröten die fast zu 100% tierische Nahrung bevorzugen gibt es diese Probleme nicht.

Der Beckenboden ist mit gewaschenem Rheinsand bedeckt. Die weitere Ausstattung besteht aus aus dem Wasser ragenden Ästen und Korkeichenrindenstücken als Sonnenplatz.
Besetzt sind die Becken mit Hornkraut, Wasserlinsen und der Muschelblume. Natürlich müssen diese Pflanzen immer wieder durch neue ersetzt werden, da Zierschildkröten wie schon beschrieben einen hohen Anteil an pflanzlicher Nahrung zu sich nehmen.

Abgabe meiner eigenen Nachzuchten

Jedes Jahr habe ich Jungtiere aus meiner eigenen Nachzucht abzugeben. Bei Interesse schauen Sie bitte auf meine Abgabeseite. Dort finden Sie meine abzugebenden Jungtiere.

Sollten schon alle Jungtiere vergeben sein, kann ich Sie aber auch in meine Reservierungsliste aufnehmen. Bitte senden Sie mir ein Mail an info@schildkroetenteiche.de
Ich melde mich dann sobald wieder Tiere abgabebereit sind.

Literatur

Links

Xavers Seite zur Südlichen Zierschildkröte

Die Südliche Zierschildkröte auf Wikipedia

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